Klimagespräch mit dem Finanzamt Schwalm-Eder
Am 09.06.2026 fand das Klimagespräch mit dem Finanzamt Schwalm-Eder statt. Frau StBin Sarah Aufenanger aus der Bezirksgruppe Nordhessen-Kassel hat diesen Beitrag erstellt, der uns wiederum vom Steuerberaterverband Hessen zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt wurde.
Herr Langguth informierte die Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen und beantwortete Fragen aus der Praxis.
Besonders positiv hervorgehoben wurde die telefonische Erreichbarkeit des Finanzamts. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt lediglich 17 Sekunden. Damit nimmt das Finanzamt innerhalb Hessens eine Spitzenposition ein. Zudem wird ab dem 01.08.2026 eine landesweit einheitliche Telefonnummer eingeführt. Künftig sollen dadurch hessenweit Auskünfte erteilt werden können.
Im Zusammenhang mit einer geänderten Verwaltungspraxis wurde darauf hingewiesen, dass die Telefonnummern der Bearbeiterinnen und Bearbeiter künftig nicht mehr auf den Schreiben der Finanzämter aufgeführt werden dürfen. Als Alternative können die Kontaktdaten im Fließtext der Schreiben aufgenommen werden.
Seitens des Finanzamts wurde außerdem betont, dass der E-Mail-Verkehr möglichst vermieden werden soll. Als bevorzugter Eingangskanal für die Kommunikation wird ELSTER angesehen. Darüber hinaus wurde darauf hingewiesen, dass die Vollmachtsdatenbank insbesondere bei der Vergabe neuer Steuernummern regelmäßig durch die Beraterschaft überprüft werden sollte.
Im Zusammenhang mit der Belegübermittlung über RABE wurde erläutert, dass Sachbearbeiter anhand eines gelben Hakens erkennen können, ob Belege beigefügt wurden. Werden diese durch den Sachbearbeiter abgerufen, sind sie allerdings erst am Folgetag sichtbar.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Gewährung von Fristverlängerungen. Das Finanzamt kann diese nur dann bewilligen, wenn eine individuelle Begründung vorliegt. Sammelanträge werden in der Regel abgelehnt. Die Anforderungen für eine Genehmigung sind hoch. Als anerkannte Gründe gelten insbesondere unvorhersehbare Erkrankungen oder nicht planbare personelle Ausfälle.
Im Bereich der Betriebsprüfung wurde angekündigt, dass die Kassendaten bargeldintensiver Betriebe künftig noch stärker in den Fokus rücken werden. Zudem wurde die derzeit als zu lang empfundene Dauer von Betriebsprüfungen thematisiert. Sowohl das Finanzamt als auch die Beraterschaft sprachen sich für eine noch engere und effizientere Zusammenarbeit aus, um Prüfungsverfahren künftig zügiger abschließen zu können. Ab dem Jahr 2026 werden insgesamt 28 Betriebsprüfer eingesetzt, was einer Aufstockung um drei Stellen entspricht.
Abschließend wurde empfohlen, die hinterlegten Bankverbindungen regelmäßig zu überprüfen und diese bei der Abgabe der Steuererklärungen stets aktuell zu übermitteln. Kurzfristige Änderungen können andernfalls zu Problemen bei Rückzahlungen oder Rückholungen von Geldern führen.
In seinem Schlussresümee stellte Präsident Frank Urich fest, dass es sich um ein lebhaftes, angenehmes und zugleich sachliches Gespräch gehandelt habe, das den offenen Austausch zwischen Finanzverwaltung und Steuerberaterschaft weiter gefördert habe.
(Ein Beitrag von StBin Sarah Aufenanger)